Soziale Projekte Südmarokko e.V.

April 2016

Erneute einwöchige Reise nach Südmarokko, diesmal vom ersten und zweiten Vorsitzenden. Neben den uns bekannten Projekten wurden solche besucht, die erstmals mit einem Wunsch nach Förderung an uns herangetreten waren. Wir legen weiter größten Wert auf die Plausibilität der Projektidee, auf die personelle Aufstellung und nicht zuletzt auf Art und Ausmaß der Eigenbeteiligung von marokkanischer Seite. Diese Themen lassen sich per Email, Telefon usw. vorbereiten, doch die Eindrücke vor Ort lassen sich nicht ersetzen.


Gleichzeitig haben wir bei AHLI als Geschenk von SPS einen Satz Werkzeug (insgesamt 20 kg) für die Maurer- und Stukkateurausbildung übergeben, siehe zwei Fotos. Das dritte Bild zeigt eine seit längerem aufgehängte Info-Tafel im Eingangsbereich von Oum el Banine mit größeren Spendern. Die Einrichtung nimmt sich lediger Frauen in Schwangerschaft und ihrer Babies an. Mit der Info-Tafel dokumentiert sie, mit wem sie aus ihrer Sicht gut zusammenarbeitet.

Dezember 2015

In der Mitgliederversammlung (MV) berichteten mehrere Vereinsmitglieder von ihrer Frühjahrsreise nach Südmarokko. Leiter der SPS-Delegation war der Vereinsvorsitzende gewesen. Sämtliche Kosten wurden wie üblich von den Reisenden selbst getragen.

Einige der Reisenden waren zum ersten Mal im Land und bei den Projekten, die der Verein fördert. Die vielfältigen und bei manchen Projekten nicht einfachen Eindrücke wurden in der MV intensiv diskutiert, auch von Seiten der nicht Mitgereisten.

Der Vereinsvorsitzende brachte Erfahrungen aus der einwöchigen Reise auf den Nenner: Der Vorstand hat aus den Gesprächen und Besuchen vor Ort gefolgert, seine Fördertätigkeit stärker noch als bisher zu differenzieren. Was einmal vielversprechend war, kann nachlassen. Umgekehrt gibt es Projekte, die nach einer Phase personeller oder konzeptioneller Schwäche wieder überzeugen.

Manche Einrichtungen sind in einem personellen Umbruch, so dass man die Entwicklungen dort abwarten sollte. Bei anderen sind Altlasten zwar verringert worden, aber teilweise noch vorhanden. SPS beteiligt sich an deren Abdeckung im Grundsatz nicht.

Wir legen den Schwerpunkt auf die Finanzierung größerer Anschaffungen, die gebraucht werden, um die Kernaufgabe des jeweiligen Projekts zu erfüllen. Dies war der Hintergrund für den Kauf einer größeren Waschmaschine und von überfälligem Küchenmobiliar für AHLI (eine Einrichtung in Taroudant für Straßenkinder und Jugendliche mit einem Zentrum für berufliche / handwerkliche Ausbildung).

Zum Verein: In der Mitgliederversammlung wurde der Vorstand einstimmig entlastet und wiedergewählt. Er besteht also unverändert aus Rainer Küppers (1. Vors.), Gerhard Voit (2. Vors.), Stefan Liebl (Kassier), Dr. Helgard van Hüllen (Schriftführerin).

Dezember 2013 / Januar 2014

Der Verein "Soziale Projekte Südmarokko e.V." (SPS) hat 2013 in seinem Arbeitsbereich zwei Projekte gefördert: AHDDANE in Dcheira, einer Kommune am Stadtrand von Agadir, und AHLI in Taroudant. Beide Projekte schützen und unterstützen junge Menschen in ganz elementaren Lebenssituationen.

In Dcheira, an der südlichen Einfallstraße nach Agadir, betreut AHDDANE junge Frauen, die auf sich alleingestellt eine Schwangerschaft austragen oder ihr Kind großziehen. Oft fehlt der Kindsvater, weil er seine Verantwortung nicht übernimmt, oder wegen Tod, Krankheit oder aus anderen Gründen. Die Lebensgeschichten und die Lebensumstände dieser Frauen sind mitunter krass.

AHDDANE hat im Herbst 2012 seine Arbeit aufgenommen. Der Verein hat die schwierige Startphase mit 100.000 Dirham (rd. 9.100 Euro) finanziell unterstützt. Wir kannten das Konzept und die Initiatorin aus ihrer langjährigen engagierten Arbeit in der Einrichtung Oum el Banine in Agadir und aus intensiver Korrespondenz. Zudem haben der Vereinsvorsitzende und vier weitere SPS-Mitglieder im März 2013, wie immer auf eigene Kosten, verschiedene Einrichtungen in Südmarokko besucht und u.a. AHDDANE einen Erst-Besuch abgestattet. Aufgrund ihrer Eindrücke vor Ort und nach zusätzlichen Informationen förderte der Verein die Einrichtung Mitte des Jahres mit weiteren 50.000 Dirham (rd. 4.500 Euro). Die AHDDANE-Besucher berichteten den Vereinsmitgliedern auf der Jahresversammlung im Dezember 2013.

Auch AHLI in Taroudant ist eine Einrichtung, deren Konzept und Führungsteam wir seit langem kennen. Nach unserer Überzeugung und Beobachtung ist die Arbeit von AHLI existentiell wichtig für junge Menschen, die die so genannte Landflucht in die Stadt verschlägt. Struktur in ihr Leben bringen statt sie auf der Straße versorgen, ihnen Lernmöglichkeiten bieten statt sie herumlungern lassen - so lassen sich die Ziele zusammenfassen.

Um diese Ziele zu erreichen, hat AHLI vor einigen Jahren zusätzlich das Centre de Formation Artisanale unter anderem mit unserer Unterstützung aufgebaut. Dieses Zentrum bringt den heranwachsenden Mädchen und Jungen vier Handwerksberufe nahe. Gestandene Handwerker aus Taroudant und Umgebung übernehmen die Aufgabe. In 2013 haben wir die Arbeit von AHLI mit 55.000 Dirham (rd. 5.050 Euro) unterstützt. Der Betrag kam vor allem dem Centre zugute, das die jungen Leute auf ein eigenständiges sinnvolles Leben vorbereiten soll.

Weitere Förderungen dieser und anderer Projekte sind in Vorbereitung. Wir prüfen Konzepte und Pläne wie immer mit größtmöglicher Sorgfalt, um Enttäuschungen im Interesse aller Beteiligten zu vermeiden. Das ist manchmal zäh für beide Seiten, aber es ist wichtig und das Verständnis dafür ist da. Diesen Weg des Vereinsvorstands haben die SPS-Mitglieder bei der letzten Jahresversammlung im Dezember 2013 erneut unterstützt, was auch in seiner einstimmigen Wiederwahl zum Ausdruck kam.

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Nachtrag Februar 2014: Über die Mitgliederversammlung hat inzwischen auch die Presse berichtet. Den Bericht des Münchner Merkur finden Sie hier ("Hilfe für Marokko-Projekte" vom 20. Februar 2014).
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Dezember 2012: Zwischenbilanz

Am 14. Dezember fand die Mitgliederversammlung 2012 statt. Unser Verein unterstützt generell kleine Einrichtungen, die von großen Organisationen der Entwicklungshilfe oft nicht beachtet werden. Dies sind zur Zeit folgende:
- In Dcheira, am Rand der Küstenstadt Agadir, die neue Einrichtung AHDDANE, die Familien hilft, ohne Vater durchzukommen.
- In Taroudant die Einrichtung AHLI, die Jugendlichen, die ihr Glück in dieser Stadt suchen ("Landflucht"), ein Dach überm Kopf bietet sowie je nach Alter auch eine handwerkliche Ausbildung.
- In Aît Hassoun, einem Dorf im Anti-Atlas, die Ausstattung einer kleinen Schule.

Projekte dieser Art haben wir seit der Gründung Ende 2001 mit umgerechnet fast 700.000 Dirhams unterstützt, also mit rund 60.000 €, die aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden finanziert wurden. Kernaufgabe war und ist die Suche nach Projekten mit glaubwürdigen Ideen und Personen. Auswahl und weitere Beobachtung geschehen per Email und Telefon, oft aber auch mit Hilfe direkter Eindrücke vor Ort. Dabei gehen wir mit gesunder Umsicht und Skepsis vor. Dies ist man allen Beteiligten schuldig.

Die Betriebskosten des Vereins waren in jedem Jahr niedriger als 250 €, auch wenn Projekte besucht wurden. Die Vorstandsmitglieder und eventuell mitreisende Vereinsmitglieder kommen für Telefon, Fax, Briefpost und für Reise- und Unterbringungskosten selbst auf. Für das Frühjahr 2013 ist geplant, die schon bisher geförderten Projekte zu besuchen und neue Projektanträge vor Ort zu besprechen.

In der Mitgliederversammlung hatte es Anlass für einen Glückwunsch gegeben: Dr. Helgard van Hüllen, Mitgründerin von Soziale Projekte Südmarokko e.V., Waakirchen und Schriftführerin im Vorstand, war kürzlich beim Weissen Ring e.V., Mainz zur Stellvertretenden Vorsitzenden des Geschäftsführenden Bundesvorstands gewählt worden. Daneben ist sie weiterhin Leiterin einer WR-Außenstelle und dort erste Ansprechpartnerin für Opfer von Kriminalität und Gewalt.

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Nachtrag Januar 2013: Über die Mitgliederversammlung hat inzwischen auch die Presse berichtet. Den Bericht des Münchner Merkur finden Sie hier ("Hilfe für junge Mütter in Marokko" vom 2. Januar 2013).
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Oktober 2012

Insgesamt rund 125.000 Dirhams (umgerechnet rd. 11.000 Euro) hat unser Verein Anfang des Monats nach gründlicher Prüfung an zwei soziale Projekte in Südmarokko überwiesen. In beiden Fällen handelt es sich um Einrichtungen, deren Arbeit wir aus mehrjähriger persönlicher Kenntnis der Konzepte bzw. der handelnden Personen besonders positiv einschätzen. Sowohl bei AHLI als auch bei AHDDANE wird jungen Menschen geholfen, nicht selten solchen, die die Landflucht in die Städte geführt hat.

- 75.000 Dhs. gingen an die Association AHLI in Taroudant. Zweck: der Ausbau ihres Centre de Formation Professionelle, eines Berufsbildungszentrums, das wir seit seinem Start unterstützen. Dort lernen von AHLI betreute junge Menschen verschiedene Handwerksberufe kennen, u.a. das Weben und Färben, Schreinern, Lederarbeiten, Gipsarbeiten (Stukkaturen).
Unter Anleitung lokaler Handwerker bekommen sie zunächst Grundkenntnisse im Umgang mit Materialien und Werkzeug. Ziel ist es, Struktur in das Leben dieser Menschen zu bringen, ihnen Selbstbestätigung durch Arbeit zu ermöglichen, damit sie ihr künftiges Leben eigenständig führen können.
Der Ausbau dieses Zentrums, den wir mitfinanzieren, besteht darin, dass zwei Räume auf dem Souk (Markt) von Taroudant angemietet wurden. Dort stellen solche "Lehrlinge", die über genügend Grundkenntnisse verfügen, vor Ort Leder- und Holzwaren her und - das ist neu - verkaufen sie auch. Dieser neue Schritt soll sie ertüchtigen, neben den handwerklichen auch die Fähigkeiten zum Kontakt mit Kunden zu lernen.

- 50.000 Dhs. haben wir der neuen Association AHDDANE für ihre Startphase überwiesen. Diese Einrichtung hat Mme Mahjouba Edbouche, deren Engagement zugunsten von Menschen in Not wir aus mehrjähriger Zusammenarbeit schätzen, in Dcheira, am Stadtrand von Agadir, gegründet. Inmitten eines Ortes mit schwierigen Lebensbedingungen kümmert AHDDANE sich um Familien, die dauerhaft oder zeitweise ohne Vater durchkommen müssen.

Soweit die jüngsten Förderungen durch unseren Verein. Wer uns in solchen Aktivitäten unterstützen möchte, kann gerne Mitglied werden oder auch Spenden geben. Wir sind als gemeinnütziger e.V. zur Ausstellung von Spendenquittungen berechtigt.

April 2012

In Südmarokko fördern wir mehrere soziale Projekte, seit etwa sieben Jahren auch "Oum el Banine". Diese Einrichtung in Agadir kümmert sich um oft junge Frauen, die ledig schwanger geworden sind und daher nicht selten ganz auf sich allein gestellt sind. Oum el Banine sorgt für erforderliche medizinische Betreuung, nimmt nach der Geburt Mütter und Kinder für begrenzte Zeit auf und gliedert sie wieder in die Gesellschaft ein. Die Mitgründerin und langjährige Leiterin Mme. Mahjouba Edbouche besuchte im April unseren Verein zu Gesprächen über ihre neuen Projektpläne am Stadtrand von Agadir.

Grund ihrer Reise nach Europa war eine Einladung aus Schweden. Dort, so hatten wir erfahren, wollte eine humanistische Vereinigung sie mit einem Preis für ihre selbstlose Arbeit in Agadir auszeichnen. Daraufhin haben wir Mme. Mahjouba eingeladen, auf der Rückreise für einige Tage Station in Bayern zu machen.

Die Gespräche über ihre neuen Pläne halfen den Vorstandsmitgliedern unseres Vereins, soziale Projekte in Marokko noch besser zu verstehen. Andererseits lernte Mme. Mahjouba Leben und soziale Projekte in Deutschland kennen: Wir organisierten für sie in der Heimatkommune unseres Vereins Besuche von zwei Kindergärten und einer Kinderkrippe sowie ein ausführliches Gespräch beim Verein "Frauen helfen Frauen e.V." in Wolfratshausen.

Bei einem Besuch überreichte der Bürgermeister von Waakirchen ihr namens der Gemeinde eine Geldspende von 500 Euro. Wie sie in einer kleinen Pressekonferenz sagte, verwendet sie dieses Geld mit herzlichem Dank als die erste Spende für ihre geplanten neuen Projekte.

 

2 der Zeitungsberichte über die Pressekonferenz mit Mme. Mahjouba Edbouche finden Sie hier ("Warmes Nest in einer kalten Welt" vom 24. April 2012) und hier ("Das Herz von Marokko" vom 2. Mai 2012).

 

Februar / März 2012

Seit seiner Gründung vor zehn Jahren hat der Verein (Soziale Projekte Südmarokko e.V., Waakirchen) mehr als ein Dutzend Projektanträge und zahlreiche Folgeanträge geprüft. Insgesamt hat er bis Ende Februar 2012 rd. 44.000 Euro an fünf ausgewählte soziale Projekte in Südmarokko überwiesen.


Die jüngste Überweisung in Höhe von rd. 7.000 Euro galt dem weiteren Ausbau eines Berufsbildungszentrums für Straßenkinder und Jugendliche. Diese Einrichtung in Taroudant, am Fuß des Hohen Atlas, etwa eineinhalb Autostunden von der Küste (Agadir) entfernt, vermittelt gemeinsam mit engagierten örtlichen Handwerkern praktische Kenntnisse in mehreren Handwerksberufen. Auf diese Weise bietet man den jungen Menschen und der Stadt eine Hilfe gegen die negativen Folgen der Landflucht.


Generell zum Vorgehen des Vereinsvorstands bei Projektanträgen: Sie werden zunächst anhand der schriftlichen Konzepte und Unterlagen geprüft und per Email oder telefonisch hinterfragt. Dabei geht es uns um Fragen wie: Macht das Vorhaben auch mittel- und langfristig Sinn? Ist der Beitrag der marokkanischen Seite zum Beispiel in Form von Arbeits- oder sonstigen Leistungen dauerhaft und groß genug? Offen bleibende Punkte klären sich mitunter bei Besichtigungen vor Ort (wobei die Kosten für Flug, Unterbringung usw. von den Besuchern privat gezahlt werden). Bleiben die Antworten auf unsere Fragen lückenhaft oder sind sie unbefriedigend, erläutern wir dies. Gefördert wird nur und erst dann, wenn etwaige Schwächen eines Projekts beseitigt sind.


Dezember 2011

Im vergangenen Jahr hat der Verein "Soziale Projekte Südmarokko e.V." (Waakirchen) gemeinnützige Institutionen in Agadir und Taroudant mit zusammen über 14.000 Euro gefördert. Die Mittel gingen an eine Einrichtung zugunsten junger lediger Mütter und an ein Berufsbildungszentrum für Straßenkinder und Jugendliche. Seit seiner Gründung im Dezember 2001 hat der Verein ein Dutzend Projektanträge geprüft und rund 37.000 Euro an fünf ausgewählte soziale Projekte in Südmarokko überwiesen.


Die Mitgliederversammlung des Vereins am 3.12.2011 wählte vom Vorstand erneut Rainer Küppers (Waakirchen), Gerhard Voit (Schaftlach) und Dr. Helgard van Hüllen (Gaißach) zum 1. und zum 2. Vorsitzenden bzw. zur Schriftführerin. Schatzmeister Winhard Peters (Tegernsee), ebenfalls von Beginn an im Vorstand, kandidierte altershalber nicht wieder. Zu seinem Nachfolger wählte die Mitgliederversammlung Stefan Liebl (Sachsenkam), der bisher einer von zwei Rechnungsprüfern war. In dieses Amt wurde Hans Gschwandtner (Sachsenkam) wieder- und Alexandra Güller (Greiling) neu gewählt.


Januar 2011

Der Verein, so hat das Finanzamt bestätigt, “fördert folgende gemeinnützige Zwecke: Entwicklungshilfe”. Der Verein bietet sozialen Projekten in Südmarokko Hilfe zur Selbsthilfe - vorausgesetzt wir sind von Ziel und Konzept überzeugt, die handelnden Personen erscheinen uns vertrauenswürdig und kompetent und den Projekten fehlt es ansonsten an ausreichender Unterstützung.


Ob die vorgeschlagenen oder anfragenden Projekte diese Voraussetzungen erfüllen, prüft der Vorstand intensiv, zunächst anhand der “Papierform” und über seine Kontakte im Land. Er macht sich bei Besuchen aber auch ein persönliches Bild. Dieses Vorgehen halten wir für erforderlich, um fundiert auswählen zu können und Enttäuschungen im Interesse aller Beteiligten so gut es geht zu vermeiden. Die Vereinskasse wurde von den Kosten für Flüge, Hotels etc. nicht berührt, da Reisen, Unterbringungen etc. privat finanziert werden.


Die generell umsichtige Vorgehensweise hat dem Verein auch Enttäuschungen erspart: Ein Projekt im Anti-Atlas war einschließlich der Bauarbeiten unter Mitwirkung der Bevölkerung sehr weit fortgeschritten. Doch auf den letzten Metern ergaben sich unerwartet Schwierigkeiten, die nicht überbrückt werden konnten. Das Projekt wurde gestoppt und schließlich abgebrochen. Da wir die Zahlung von umgerechnet rund 3.100€ an die Inbetriebnahme geknüpft hatten, blieben diese Mittel unverbraucht und konnten einem anderen Projekt zufließen.


Wen fördern wir? Zur Zeit, Jahresbeginn 2011, vor allem zwei Projekte:


Oum el Banine (OeB, auf Deutsch etwa: Mutter der Kinder) im Gewerbeviertel von Agadir. Die Einrichtung kümmert sich um oft junge, ledige Frauen, die ein Kind erwarten. Sie stellt medizinische Versorgung. Nach der Entbindung vermittelt sie ihnen Arbeitsstellen und betreut ihre Kinder tagsüber in einer Kinderkrippe. Unsere Förderung haben wir im Jahr 2009 erweitert und neu gestaltet.

Dies gilt auch für die Association AHLI (Familie, Gemeinschaft) in Taroudant, die Straßenkinder aufnimmt und betreut, um sie in ein geregeltes Leben zurückzuführen. Seit 2010 bietet AHLI den Jugendlichen zusammen mit marokkanischen Handwerkern Ausbildung in fünf Handwerksberufen.


Anstatt pauschal zur Deckung der Haushaltsdefizite beider Einrichtungen beizutragen, übernehmen wir für jeweils zwölf Monate Gehälter und Sozialversicherungsabgaben, und zwar

- bei Oum el Banine für die neue Stelle einer Assistentin der Gründerin und Leiterin

- bei AHLI für die Stelle eines Betreuers (éducateur) der Straßenkinder.

Diese Stellen sind nach unserer Einschätzung unverändert sinnvoll und erforderlich. Die Gehälter liegen auf landesüblichem Niveau. Wir prüfen regelmäßig, wie die Dinge sich entwickeln, und entscheiden jeweils neu, ob wir die Förderung fortsetzen oder ob wir etwas ändern sollten. Über diese Projekte und unseren Besuch im April 2010 haben wir in der letzten Mitgliederversammlung ausführlich berichtet.


Tagesordnung Mitgliederversammlung 22.11.2010

1. Begrüßung

2. Bericht des Vorstands einschl. Kassenbericht

3. Bericht der Kassenprüfer

4. Entlastung des Vorstands

5. Bericht zur Förderung folgender Projekte und ihrer Entwicklung:

- Oum el Banine (ledige Mütter und Kleinkinder) in Agadir

- AHLI (Straßenkinder) in Taroudant

- Wasserversorgung der Ortschaft Anrouy im Anti-Atlas

6. Sonstiges (u.a. 10jähriges Bestehen des Vereins in 2011)


Wie es zu unserer Förderung von Oum el Banine und von AHLI kam, erschließt sich aus Notizen über frühere Besuche, z.B. im Juli 2009:

Oum el Banine renovierte und verbesserte während unseres Besuchs die Kinderkrippe, die in einem ehemals gewerblich genutzten Gebäude der Stadt Agadir untergebracht ist. Es handelte sich zum Teil um bauliche Maßnahmen wie das Einziehen größerer Fenster, die Kleinkind-gerechte Herrichtung der Waschbecken und Badewannen sowie die nötige Modernisierung der Küche und der Waschküche. Die nicht unerheblichen Kosten von umgerechnet über 20.000€ übernimmt ein anonym bleibender marokkanischer Spender.

Oum el Banine hat von der Stadt Agadir die Genehmigung erhalten, Kinder demnächst bis zum Alter von vier (bisher: drei) Jahren in der Tageskrippe zu betreuen. Ferner soll für Kinder, deren Mütter spätabends oder nachts arbeiten, Übernachtungsmöglichkeit geboten werden, um die Arbeitsverhältnisse (zum Beispiel in der Fischindustrie) nicht zu gefährden.

Mme Mahjouba ist unverändert Dreh- und Angelpunkt der Einrichtung und die treibende Kraft bei Neuentwicklungen. Damit sie sich auf die wesentlichen Aufgaben konzentrieren kann und nicht in den vielen Einzeldingen des Alltags verzehrt, will die Association Oum el Banine eine Assistentin für sie einstellen. Auch „Soziale Projekte Südmarokko e.V.“ sieht dafür erheblichen Bedarf. Wir haben eine Mitfinanzierung der neuen Stelle grundsätzlich in Aussicht gestellt; auch neue Mitglieder unseres Vereins engagieren sich hierfür besonders. Wie immer in solchen Fällen lassen wir uns vom Projekt fortlaufend berichten und passen unsere Förderung gegebenenfalls an.



Weiter aus unseren Notizen vom Juli 2009: Die Association AHLI (Taroudant) nimmt sich der Straßenjungen an, die als Folge der Landflucht in der Stadt leben. Ein wesentlicher Schwerpunkt besteht in der Ausbildung der Jungen mit dem Ziel, sie in den Schulbetrieb wieder einzugliedern bzw. sie auf das Berufsleben vorzubereiten.

Zu diesem Zweck ist ein éducateur eingestellt worden, ein Betreuer, der den Jungen Rechnen, Lesen, Schreiben etc. beibringt, sich aber auch in der Freizeit bei Sport und Spiel mit ihnen beschäftigt, damit sie nicht in ihr bisheriges Straßenleben zurückfallen. AHLI kooperiert zudem mit einigen Handwerkern, um den Buben Berufswege zu zeigen und zu öffnen.

Nach unserem unmittelbaren Eindruck vor Ort und anhand von Unterlagen und Photos wird dies alles mit Nachdruck und Kompetenz betrieben und mit Erfolg. Ein Junge hat sogar die Aufnahme in die Höhere Schule auf diese Weise geschafft. „Soziale Projekte Südmarokko e.V.“ setzt die Förderung von AHLI aufgrund der offensichtlich seriösen und professionellen Arbeit fort und übernimmt vorerst bis Ende 2010 die Kosten für Gehalt und Sozialversicherungsbeiträge eines éducateur.


Mai 2008

Wir haben mit der Förderung der "Association AHLI" in Taroudant begonnen. Konkret haben wir die Bezahlung der Kosten eines éducateur übernommen, der die von AHLI betreuten männlichen Jungendlichen täglich unterrichtet. Sein Monatsgehalt beträgt umgerechnet etwa 250€ (einschließlich der Beiträge zur Sozialversicherung), einer nach unserer Recherchen angemessenen Größenordnung.


Aus unseren Notizen vom März 2008:

Im Jahr 2007 hat der Verein "Soziale Projekte Südmarokko e.V." (SPS) seine Arbeit entsprechend seiner Zielsetzung fortgesetzt, erneut mit Schwerpunkten am Stadtrand von Agadir und in Taroudant:


Oum el Banine (übersetzt etwa "Mutter der Kinder") ist eine marokkanische Einrichtung in einem Kleingewerbegebiet in Agadir. Sie bietet jungen ledigen Frauen, die ein Kind erwarten, von dessen Erzeuger aber verlassen sind und in diesen Umständen oft ohne Familie und soziales Umfeld auskommen müssen, Unterkunft und eine medizinisch begleitete Schwangerschaft. Nach der Geburt wird den jungen Müttern eine Wohngemeinschaft geboten und möglichst auch ein Arbeitsplatz vermittelt. Die Kleinkinder werden tagsüber in einer Kinderkrippe versorgt, abends wieder von ihren Müttern übernommen. Die Kindsväter lehnen eine Heirat oft ebenso ab wie die leiblichen Familien die Aufnahme der Kindsmütter und ihrer Kinder. OeB arbeitet an beiden Aufgaben, gelegentlich nicht ohne Erfolg.


Landflucht ist ein Problem auch in Nordafrika. In Taroudant, einer mittelgroßen Stadt zwischen Agadir und den schwierigen Lebensbedingungen im Landesinnern, landen zahlreiche Kinder und Jugendliche. Ein katholischer Nonnenorden (Les Sœurs Franciscaines), der sich durch soziale und Ausbildungs-Tätigkeit über Jahrzehnte hinweg Respekt in Taroudant erarbeitet hat, unterstützt eine noch junge, marokkanische Organisation, die Straßenkinder auffangen und ihnen über eine - meist handwerkliche - Berufsausbildung Chancen auf ein geordnetes Leben bieten will.


Agadir, Taroudant oder anderenorts: Bevor SPS Spendengeld oder Sachmittel zur Verfügung stellt, machen wir uns von dem realen Bedarf, von handelnden Personen und Gesamtumständen einen eigenen Eindruck. So wird sichergestellt, dass das Geld des Vereins sozialen Projekten in Südmarokko ungeschmälert zugute kommt. Dazu trägt auch bei, dass die Reisespesen (für Flüge, Unterkunft etc.) privat, also nicht aus Vereinsmitteln bezahlt werden.


Aus Notizen vom März 2006:

Nach erster Kontaktaufnahme Mitte 2005 durch Rainer und Ulrich Küppers unterstützt unser Verein jetzt die Einrichtung „Oum el Banine“ darin, Kleinkinder lediger Mütter tagsüber zu betreuen. Verlassen vom Erzeuger des Kindes, meist gemieden von ihrer leiblichen Familie und ihrem bisherigen Umfeld, sind die oft jungen Frauen ohne gute Perspektive für sich und den Nachwuchs. Inmitten von Handwerks- und Gewerbebetrieben am südlichen Stadtrand von Agadir kann die „Association Oum el Banine“ ( „Mutter der Kinder“ ) Räume in einem schlichten zweistöckigen Gebäude nutzen. Geleitet wird die Einrichtung von einer engagierten Marokkanerin, Mutter dreier erwachsener Kinder, die sich zur Aufgabe macht:

1. den ledigen Müttern für einige Zeit eine Bleibe zu geben - in einem Haus in der Nähe wohnen jeweils fünf oder sechs Frauen in einem Raum.

2. ihnen eine Arbeit zu verschaffen.

3. die Kinder während des Arbeitstags zu versorgen; abends kommen die Mütter ihren Nachwuchs holen.

4. eine Zusammenführung der Frauen mit dem Kindsvater und / oder mit der eigenen Familie zu versuchen.


Mit großem persönlichen Einsatz und mit einigen Helferinnen bewegt sich die Einrichtung in einem von Konvention, Recht, Religion geprägten Spannungsfeld, das vielleicht vergleichbar ist mit Situationen bis vor einiger Zeit mancherorts in Europa.


Terre Des Hommes hat die Einrichtung in der Anfangsphase begleitet, sich danach zurückgezogen, wie sie es üblicherweise tut. So muss Oum el Banine nun beständig nach Geldgebern Ausschau halten. Wir waren im Mai 2005 durch den deutschen Honorarkonsul in Agadir auf die Einrichtung aufmerksam gemacht worden und hatten sie gemeinsam besucht. Unsere seither gesammelten Informationen waren ausnahmslos positiv. In eine kontinuierliche Förderung wollten wir nicht auf Anhieb einsteigen, sondern erst einmal Erfahrungen sammeln. Daher hatten wir eine Liste des Bedarfs angefragt und geprüft. Jetzt haben wir an Ort und Stelle Matratzen und Decken (kleine und große), Stoff für selbst zu nähende Spannbezüge, vier Heizstrahler, Wasserkocher und Ähnliches erworben für insgesamt gut 17.000 Dirham oder rd. 1.700 Euro.


Die Reise nach Südmarokko, wie immer privat finanziert, bestätigte frühere Erfahrungen. Ein Streifen Luxus insbesondere in der touristisch geprägten Küstennähe, ansonsten ein großes Gefälle. Man hörte immer wieder, dass unter dem jungen König Mohammed VI manche Dinge in Bewegung gekommen sind, doch sind wirtschaftliche und soziale Armut noch unübersehbar. Wir freuen uns, einen Weg gefunden zu haben, um im Sinne unseres Vereins zu wirken: Indem wir eine marokkanische Initiative unterstützen, die aus dem Land heraus im Sinne der Humanität einer Problemgruppe der jungen Generation hilft.